Samstag, 21. April 2012

Letzte Nacht an Bord - Route - Facit

Der Wecker läutet um 5h, totale Stille rundherum, ich versuche so leise wie möglich meine letzten Taschen auf den Steg zu schaffen, alles rein ins Auto und ab geht's zur Autobahn und nach Hause.

Facit:
Alles was ich mir vorgenommen habe ist erledigt, das Glas ist sozusagen voll. Alle Manöver sind auch einhand, also solo machbar, es ist nur eine Frage der Vorbereitung und des rechtzeitigen Durchdenkens der Abläufe.
Es war eine anstrengende aber schöne Woche. Das Wetter war absehbar, nur manchmal war ich doch überrascht von der Heftigkeit.
Nächstes Mal wieder mit Familie und Freunden und bei sommerlichen Temperaturen, das steht fest ;-)

Für Interessierte hier noch ein Link über Marine Navigationsprogramme, die ich im Rahmen dieses Törns getestet habe

Die Route:

Freitag, 20. April 2012

Gewitter, Hagel, Sturmböen

8h in der Früh, ein Inferno beginnt! Pasman ist in bedrohlich schwarze Gewitterwolken gehüllt, orkanartige Böen legen das Schiff kurz zur Seite, alles in der Kabine fliegt, Blitze schlagen ringsum ein, ich halte Sicherheitsabstand vom Mast und dann Hagel! Murmelgroße Hagelkörner prasseln aufs Deck, es herrscht unglaublicher Lärm aus einem Gemisch aus Hagel, Sturm und Donnerrollen. Das Ufer verschwindet hinter einem Vorhang aus Regen und Hagel, die Temperatur fällt auf ca. 6°.



Irgendwie reicht's mir jetzt mit den Wetterkapriolen, so etwas als Abschluß habe ich nicht verdient, ich muß noch rüber nach Biograd, um die Südspitze von Pasman herum. Ich denke, jedes Gewitter ist einmal vorbei und versuche so gut es geht zu frühstücken, immer wieder in Schräglage infolge massiver Böen.
Die Gewitterzelle klammert sich hartnäckig an die Insel und nur langsam beginnt es aus Westen heller zu werden. Gegen 11h ist nur mehr die Rückseite der gewaltigen Gewitterwolke zu sehen, sie zieht nun Richtung Festland. Jetzt oder nie, ich löse die Leinen und verlasse Soline in voller Regenmontur. Draußen empfängt mich eine Dünung aus Süden, die uns schön in Bewegung hält, erstmalig hänge ich mich mit meinem Lifebelt auch im Cockpit an, das tat ich bisher nur an der vorbereiteten Streckleine, wenn ich vorne am Schiff was zu tun hatte.
"Mann über Bord" - dieses mit Crews oft geübte Kommando ist beim Solosegeln ja obsolet!
Im Pasmanski Kanal war wieder alles als hätte es nie ein Gewitter gegeben, Sonnenschein, wenig Wind. Vor der kleinen Insel Planac gegenüber von Biograd lasse ich nochmals Anker fallen, ein kurzer Imbiss, klar Schiff für die Tankstelle und rüber zum Diesel. Nur wenige Liter fehlten, ich hatte ja Reserve mit die ich bereits nachgefüllt habe. Jetzt noch ein gelungenes Anlegen in der Marina, dann ist alles perfekt gelaufen! Heckleinen liegen bereit, Fender sind draußen, Bootshaken bereit und so schiebe ich mich langsam im Retourgang durch die schmale Einfahrt und schließlich in die Parklücke. Luvseitige Heckleine belegt, leichtes Vorwärtsgas, austarrieren, Muring geholt, belegt, zweite Heckleine belegt, fertig!
Der Rest ist Routine, Steg raus, Strom...und dann Manöverschluck :-) Jetzt, nachdem alle Spannung nachläßt, spüre ich wie Müdigkeit hochsteigt, kein Wunder, zig-Handgriffe und permanentes vorrauschauendes Denken strengen an, powern aus.
Ich beschließe die Schiffsübergabe noch heute zu machen um morgen ganz Früh Richtung Heimat loszufahren.
Der Schaden am Wasserschlauch wird mit "so etwas ist leider nicht vorhersehbar" quitiert, das Dinghi Loch mit "oh tut leid"...ich bin einfach schon zu müde um noch Grundsatzdiskussionen zu führen, noch dazu war diese Woche ein echtes Preisschnäppchen, also was solls. Jetzt noch die Schlepperei des Gepäcks vom Schiff ins Auto, was hab ich bloß alles mitgenommen!
Nach der ersehnten Dusche gönne ich mir zum Trost noch ein ausgiebiges Nachtmahl im "Aquarium", ein empfehlenswertes Restaurant an der Hafenpromenade.
Zum letzten Mal rein in die Koje, zum Glück beenden die kroatischen Neuankömmlinge am Nachbarschiff doch bald ihre Volkslieder in Überlautstärke, ich will ja um 5h auf und losfahren!

Donnerstag, 19. April 2012

Schlaflos in Telascica

Die Nacht war zu vergessen, immer wieder heftige Böen und prasselnder Regen, an viel Schlaf war nicht zu denken, immer wieder ein Blick hinaus, sind die anderen Ankerlichter der anderen noch dort wo sie vorhin waren oder treibe ich schon samt Betonblock oder auch ohne irgendwo ans Ufer? Irrational eigentlich, da doch die Bojenleinen und die dicke Leine zum Betonblock stabil sind, aber die Erinnerung an eine Nevera (Seegewitter) in Veli Rat vor vielen Jahren mit der Familie ist mir noch zu gut in Erinnerung, wir wurden damals im Sturm samt Boje und Betonblock um gute 20m versetzt!
Jetzt ist es 10h vormittags, das Wetter scheint sich zu beruhigen, müde und etwas antriebslos mache ich mich auf den Weg zurück zur Mala Proversa, der Gegenstrom steht jetzt ziemlich stark und trotz Vollgas komme ich nur mit knapp 2,9kn durch die Enge. Als Tagesziel nehme ich mir die Bucht Soline auf Pasman vor und da die Entfernug dorthin nur 6sm beträgt, nutze ich die Zeit um zwischen den kleinen Inseln und Klippen zu kreuzen und verschiedenste Manöver zu fahren.
Generell sind sehr wenige Segler zu sichten, die meisten sind mit voller (Männer)Crew unterwegs, scheint die Jahreszeit dafür zu sein ;-)
Schließlich erreiche ich Soline und mache fest an einer der unzähligen Bojen im Inneren des südöstlichen  Buchtabschnitts. Hier treffe ich einige vom Vortag wieder, auch ein deutsches Paar mit deren Eignerschiff liegt neben mir. Müdigkeit überfällt mich und so lege ich ein Stündchen Spätnachmittagsschlaf ein und verpasse damit die Chance ev. mit dem Beiboot eines Schiffsnachbar hinüber ins Gasthaus mitgenommen zu werden. Als ich aufwache sind die meisten drüben also ist wieder Kochen angesagt, diesmal auf die Schnelle Speck mit Ei und ein Karlovac dazu, passt! Habe eine echte Hetz mit den vielen Möven, die sich bettelnd und streitend rund ums Schiff versammelt haben, so vergeht die Zeit und somit steht wieder der Nachtcheck an, leider der letzte, denn morgen geht es zurück in die Heimatmarina. Also bringe ich wieder das selbstgebaute und helle Anker-LED Licht mit Dämmerungsschalter vorne am Schiff an, ich benutze deshalb nicht das Toplicht, da erstens ein Licht in Deckshöhe viel eher nicht übersehen wird und zweitens eine LED Lampe wesentlich weniger Strom verbraucht. Gut, das mit dem Übersehen trifft eher in der Hauptsaison zu wenn vor lauter Lichter am Himmel das Schiff nicht gesehen wird.
In der Dämmerung tukkert dann noch der Bojenkassier daher und typisiert mein Schiff, aufgrund meiner Einwände ich sei ja nur alleine, auf 7m runter, also zahle ich nur 70kn. In der Telascica konnte ich sie noch mit zwei Bier verabschieden, das funktioniert sicher nur im April so :-)))

Mittwoch, 18. April 2012

Mit Rückenwind Richtung Kornat

Im Velebitkanal wehte die Bora nächtens laut DHMZ Split bis zu 60 kn, das sind Böen bis zu 11 Bft! Dieser Abschnitt ist berüchtigt für eines der gefährlichsten Gewässer weltweit. Hier in Rava ist nur mehr wenig zu spüren, obwohl die Wolkenwalze über dem Velebitgebirge immer noch gewaltig ist. Leinen los und schon bin ich draußen aus der Hafenbucht, umrunde die Nordspitze von Rava und lasse mich mit Rückenwind den Kanal zwischen Rava und Iz' hinuntertreiben.
Vorbei an der Insel Lavdara - kurz überlege ich einen Zwischenstop in Sali einzulegen, verwerfe den Gedanken wieder - und steuere die Durchfahrt Mala Proversa an. Diese und Veli Proversa sind die einzigen Durchfahrtmöglichkeiten zwischen Dugi Otok und Kornat. In Fahrwassermitte bleibend, passiere ich die nur wenige Meter breite und ca. 5m tiefe Engstelle. Ich überlege kurz, weiter in die Inselwelt der Kornaten zu fahren, der auffrischende und prognostizierte NW-Wind läßt mich jedoch die weitläufige Telascica ansteuern. Ich bin jetzt nicht der einzige Segler, andere scheinen meine Überlegungen ebenfalls zu teilen und ziehen ins Innere der verzweigten Bucht. Ich beschließe, mich an einer Boje in der Bucht Tripuljak anzuleinen, so liege ich geschützt. Der späte Nachmittag und Abend sind bilderbuchartig, die Verlockung das Dinghi und den Motor bereit zu machen sind groß, eine kurze Wanderung rauf auf die Klippe, das wär jetzt was! Also Dinghi zu Wasser, Probeeinstieg und was sehe ich, eine Wasserfontäne sprudelt munter aus einem Loch im Gummiboden! Nette Charterfirma, denen werde ich was erzählen. Also alles retour, keine Klippen dafür genieße ich wenig später Spaghetti Bolognese mit Rotwein, danach ein guter Zigarillo und die Nacht kann kommen!
Plötzlich ein Rauschen in den bereits in Dunkelheit liegenden Pinienwäldern und dann von einer Minute auf die andere trifft eine gewaltige Böenwalze das Schiff und wirbelt es um die Boje....der Schreck fuhr mir ordentlich in die Glieder! So geht es nun weiter, Böe auf Böe stürzt vom Inselkamm herunter und läßt das Schiff wie wild tanzen, besorgt prüfe ich die Bugleinen, hält alles? Intensiver Regen folgt nun dieser Frontwelle.

Dienstag, 17. April 2012

Schaden am Motor...

Die Nacht war unruhig, heftige Fallböen schüttelten das Schiff und mehrmals warf ich einen prüfenden Blick aus dem Bullauge, "sind alle Landmarken noch an der selben Stelle wie vor zwei Stunden?" Obwohl ich wußte, daß nichts passieren kann, zwei dicke Muringleinen vorn, zwei Heckleinen und noch eine weitere Landleine backbord mittschiffs schräg nach hinten zu einem weiteren Poller und trotzdem immer wieder ein flüchtiger Blick hinaus, naja an Schlafen war bei dem Geheule draußen eh nicht wirklich zu denken.
Gespenstisch wirkt, dass hinter den hölzernen Fensterjalousien des Gasthauses Licht durchschimmerte, wohnt doch wer hier oder ist es eine Nachtschaltung? In einem Nebengebäude scheint eine alte Frau zu wohnen, nur einmal ganz kurz war sie zu sehen.
Jetzt, 9:30h und als wäre nie ein Donnerwetter gewesen liegt die Mali realtiv ruhig an ihren Leinen, Zeit für ein ausgiebiges Frühstück!
Natürlich ist klar, dass die Bora weiterhin weht, nur hier liege ich vor Wind und Wellen geschützt. Mein Ziel von gestern ist auch heute auf meinem Plan, also klar machen zum Ablegen. Wie üblich starte ich die Maschine bevor ich die Leinen los werfe und da, plötzlich kreischt der Batteriealarm auf. Motor abstellen, wieder starten und erneut dieser Alarm, aber nun steigt wieder dieser unangenehme Geruch in meine Nase, am besten läßt er sich mit verbranntem Fleisch beschreiben...verbranntes Kabel?!!!!!! Sofort stelle ich wieder ab, runter in die Kajüte, sicherheitshalber mache ich den Feuerlöscher bereit, das letzte was ich brauche ist ein Kabelbrand!
Ich öffne den Zugang zum Motor und sofort rieche ich es, hier muß die Ursache liegen, aber auf den ersten Blick war nichts zu entdecken. Also wieder rauf, Motor an, runter turnen - jetzt fehlten ja die Stufen des Niedergangs - und da sehe ich das Desaster, der Wasserschlauch der das heiße Kühlwasser aus der Kühlzirkulation abführt war an der Befestigungsschelle geplatzt, genau oberhalb der Lichtmaschine in die nun  das Wasser munter sprudelt! Ich turne wieder rauf, Motor aus und denke nach was tun. Kleben mit dem mitgeführten Textilklebeband? Wie lange hält das? Löst sich der Verband später genau dann wenn ich es überhaupt nicht brauche? Zwischenzeitlich legen neben mir zwei Fischer von der nahen Fischfarm an, wir palavern über das Problem und einer meint ich sollte die Charterfirma anrufen, die wären mit dem Speedboot in einer Stunde hier um die Sache zu reparieren....das war nun eine Frage der Ehre, das sollte doch selbst irgendwie zu schaffen sein! Also ran an den Schlauch, Schelle gelöst, mit dem Klingenmesser die drei defekten cm abgeschnitten, mit Kraft angezogen und wieder an den Anschluß gesteckt und verschraubt! Glücklicherweise hat der Schlauch etwas "Reserve" und verzeiht das fehlende Stück. Motor an, Kontrollblick bei erhöhter Drehzahl, alles dicht! Die ganze Prozedur war zeitraubend, also Pause. Zwischenzeitlich bläst die Bora wieder stärker und meine Gedanken kreisen bang um die Vorstellung, dass dieser Defekt in einer anderen, ganz unpassenden Situation aufgetreten wäre. In einer Situation in der man auf den Motor angewiesen ist, wie z.B. jetzt bei diesen Böen, wenn du gerade in einem Hafen anlegen willst. Schnell verwerfe ich diese Gedanken, froh Glück im Unglück gehabt zu haben.
Eigentlich sind meine Ambitionen für den heutigen Tag etwas weg, auch will ich testen ob meine Reparatur gut hält und überlege, nur einen kurzen Schlag weiter zu fahren, weiter nach Mala Rava einem verschlafenen Fischerdorf.  Nur einen Katzensprung und ich lege längsseits am inneren Molenkopf an, vertäue mich gut da genau von vorne die Bora in die Bucht hereinweht. Es ist bereits Nachmittag und ich verspüre Lust auf eine kleine Ortswanderung. Mala Rava besteht aus nicht sehr vielen Häusern, die sich am Berghang und entlang dem Hafenbecken schmiegen. Die Jungen sind wahrscheinlich weggezogen, die wenigen Bewohner sind eher älter und mit der Fischerei bzw. den kleinen Gemüsegärten beschäftigt. Alles geht hier langsam nur hie und da legt das Fährschiff der Jadrolinja an der neu gebauten Anlegestelle an. Das einzige Gasthaus am gegenüberliegenden Ufer ist noch geschlossen, die Bojen davor wiegen sich in den Wellen so als würden sie schon die kommende Saison erwarten, in der hier sicher um einiges mehr los sein wird als heute.
Die kommende Nacht verbringe ich hier, der Liegeplatz ist sicher.


Montag, 16. April 2012

Rava die kleine Insel im Kanal

Noch ein ausgiebiges Frühstück in dieser schönen Bucht und los geht's, rüber Richtung Dugi Otok vorbei an der Südspitze der Insel Iz. Das Tagesziel sollte Brbnj sein. Die Wetterlage ist heute angenehm ruhig, obwohl mir die zunehmende Hitze im Cockpit seltsam erscheint. Noch vor kurzem war es mit einer Fliesjacke angenehm und nun nur das T-Shirt??
Der Seewetterbericht kündigte labile Luftschichten und Gewitterbildungen an, aber doch nur in der südlichen Adria, höchstens Ausläufer zur mittleren Adria! Der Himmel vor mir erzählt mir jedoch eine andere Geschichte...etwas Bleiernes liegt über der Hügelkette Dugi Otok's, verdächtig! Ein Blick auf die Seekarte und Beständig's Heft "888 Häfen und Buchten" - ein wahrer Helfer vor Ort - und kurz entschlossen steuere ich die winzige Bucht Grbavac an der Südwestküste von Rava an, laut Beständig gibt es dort nur ein Gasthaus das jedoch derzeit geschlossen ist. Zu meiner Zufriedenheit finde ich eine Mole zum Anlegen mit Heckleinen und Murings vor, mein erstes Solo-Anlegemanöver dieser Art klappt nach gründlicher Vorbereitung fast auf Anhieb. Ich belege die Bugklampfen mit zwei starken Murings und liege wie festgeschraubt! Bedenklich stimmt mich jedoch ein unangenehmer und von der Richtung nicht einorderbarer Geruch, aber eines steht fest, er stammt vom Schiff!? Ich werde mir das später vornehmen, denke ich und starte einen kleinen Rundgang auf dem stattlichen Anwesen. Alles ist gepflegt, kleine Blumenbeete sind verstreut angelegt und eine große, blau gestrichene Sitzgruppe aus Holz sticht mir sofort ins Auge. Rein ins Schiff, Bier, Käse, Brot und Wurst heraus und schon genieße ich die noch ruhige Nachmittagsstimmung. Kein Laut, nur hie und da Insekten die vorbei schwirren, Möven die bettelnd und gackernd nach Essbarem Ausschau halten.
Krahhhhbummmmm...vorbei ist's! Ich schaffe es gerade noch alles einzupacken und auf's Schiff zu flüchten, als ein wahres Inferno aus Blitz und Donner losbricht! Vis-a-vis auf der Radarstation am höchsten Punkt von Dugi Otok schlagen Blitze ein, wolkenbruchartiger Regen prasselt aufs Schiff.
Für die Nacht sind Böen aus NO vorhergesagt, Bora kündigt sich an. Wohlweislich habe ich diesen Liegeplatz ausgesucht, der geschützt vor nordöstlich/nordwestlichen Winden ist.
Die Temperatur in diesen Tagen pendelt von 9° bis maximal 15°.





Sonntag, 15. April 2012

Leinen los...

Das Wetter ist immer noch nicht allzu freundlich, aber erstes Blau am Himmel kündigt einen akzeptablen Sonntag an. Der Seewetterbericht Split prognostiziert für heute relativ ruhiges Wetter, nördliche Winde.
Also nochmal in Gedanken das Ablegemanöver durchgegangen, die Windrichtung bestimmt und Leinen los!!!
Langsam manövriere ich mich aus der engen "Gasse" der Marina und hinaus in den Pasmanski Kanal. Hier im Bereich vor der Marina ist ausreichend Platz um die Segel auszurollen und ein Gspür für das Verhalten der Yacht zu bekommen. Gleichzeitig beide Segel zu bedienen ist zu Beginn ungewohnt aber schon nach kurzer Zeit
spielt es sich ein, mir ist aber bewußt, daß "wir" heute bei schwachen Winden üben. Wenn es böig wird, muß das Reffen wirklich schnell gehen, dafür zu üben ist jetzt eine gute Zeit.
So kreuzen wir - Mali & ich- hinauf bis zur Durchfahrt Zdrelac in der Höhe von Sukosan. Hier öffnet sich eine geräumige Bucht zwischen den Inseln Ugljan und Pasman, beide Inseln werden hier mit einer Brücke verbunden unter der ich später in Richtung der Inseln vor Dugi Otok fahren werde. Vorerst beschließe ich hier zu ankern und mir meine Essensvorräte vorzunehmen, ein kühles Bier und die Ruhe rundherum lassen mich immer mehr eintauchen in ein Gefühl der Entspanntheit und der Freiheit dorthin zu segeln wohin die Winde mich treiben.

Gut, die aktuellste Wettermeldung sagt für die kommende Nacht auffrischende Winde aus dem zweiten und dritten Quadrant voraus. Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass es Zeit ist eine geeignete Ankerbucht für eine sichere Nacht zu suchen, ich möchte ja nicht gleich in der ersten Nacht Stress mit möglichen Manövern haben. Also gleich ums Eck findet sich die Bucht Sabusica, in der südlichen Ecke sollten wir gut geschützt liegen können.  Gesagt, getan, 40m Kette raus bei ca. 5-7m Wassertiefe, das muß reichen! Die erste Nacht ist dann auch gut vorüber gegangen, natürlich immer mit einem Ohr wach, man weiß ja nie.

Samstag, 14. April 2012

Ankunft in der Marina Biograd und erste Vorbereitungen

Nach dem Zwischenstopp bei der Anreise aus Österreich in Zadar und der eher unruhigen Übernachtung im Auto erreiche ich Biograd um ca. 10:00h. Regenverhangener Himmel empfängt mich und läßt die Vorahnung auf eine nicht gerade gemütliche Segelwoche in mir aufsteigen.
Die üblichen CheckIn Formalitäten sind schnell erledigt, auch die Schiffsübernahme und die Kurzeinweisung durch den Verantwortlichen der Charterfirma.
Das Schiff ist eine Oceanis 311 namens MALI mit Rollgroß und Rollgenua, Sprayhood und Biminitop. Besonders die (oder das;-) Sprayhood soll sich noch äußerst nützlich bei den bevorstehenden Regengüssen erweisen. Auf die Rollsegel, besonders das Rollgroß habe ich besonders geachtet, da bei Einhandmanövern ein Hantieren vorne am Mast aufwendiger ist und riskanter sein kann. So kann ich alle Leinen komfortabel aus dem Cockpit bedienen.
Der Regen nimmt zu, auch der Wind und so beschließe ich, mich erst mal mit dem Schiff anzufreunden, im Hafen essen zu gehen und die Nacht auf Sonntag noch in der Marina zu verbringen.